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Fragen & Antworten zu Berufsausbildung und Studium

Durch die COVID-19-Pandemie hat sich das ganze Leben verändert. Alle gewohnten Abläufe bei Schulen, Ausbildungsangeboten und (dualem) Studium mussten neu organisiert werden und können immer wieder der aktuellen Lage angepasst werden. Auch der Eifel STARTER erscheint deshalb momentan nicht wie gewohnt alle drei Monate mit vielen praktischen Informationen – stattdessen haben wir uns entschlossen, die wichtigsten Fragen so aktuell wie möglich zu beantworten.

Wir sind weiter für Euch da!

VOR DER AUSBILDUNG

Wird sich der Ausbildungsstart 2020 wegen Corona verschieben?

Im Moment sieht es in allen Bundesländern noch gut aus: Bislang sind beim Ausbildungsbeginn in diesem Jahr keine Terminverschiebungen bekannt. Das bedeutet, dass Du am 1. August oder 1. September 2020 in Deine Ausbildung starten kannst.

Ist es in der Corona-Krise überhaupt sinnvoll, sich zu bewerben?

Absolut! Die Unternehmen bitten ausdrücklich darum, sich trotz Corona zu bewerben. Denn es werden händeringend in ganz Deutschland Mitarbeiter zur Unterstützung in dieser schweren Zeit gesucht. Insbesondere im Handel, der Logistik und im Gesundheitswesen wird jede helfende Hand benötigt. Unternehmen bieten außerdem „Übergangsjobs“ an, vorübergehend oder für diejenigen, die sich grundsätzlich neu orientieren wollen. Es ist also gerade jetzt sinnvoll, sich zu bewerben. Der Bewerbungsprozess hat sich dabei natürlich etwas verändert, denn die Ansprechpartner arbeiten je nach Wirtschaftsbereich auch im Homeoffice oder stehen vor den gleichen Herausforderungen wie Du. Aber Du solltest am Ball bleiben: Wenn Du an einem Unternehmen interessiert bist, frage direkt nach, ob es Ausbildungsplätze gibt und wie das Bewerbungsverfahren abläuft. Informationen zu Online-Bewerbung & Co. findest Du auch unter den anderen Fragen auf dieser Seite!

Wie läuft das jetzt mit einer Bewerbung?

Du musst Dich darauf einstellen, dass der Bewerbungsprozess im Wesentlichen online stattfinden wird und dass das persönliche Kennenlernen des Ausbildungsbetriebes stark eingeschränkt ist. Das hängt natürlich von der Branche ab – in manchen Bereichen wird fast normal weitergearbeitet, andere Bereiche, so z.B. Hotels und Gastronomiebetriebe, sind geschlossen. Wie ein Kontakt und eine Bewerbung ablaufen, lässt sich bei einem ersten Kontakt telefonisch oder via E-Mail schnell klären. Auch wenn klassische Bewerbungsgespräche möglicherweise ausfallen, bieten Telefongespräche, Online-Bewerbungen und Videointerviews eine gute Alternative.

Was dabei alles zu beachten ist, findest Du im Bewerbungsratgeber von ausbildung.de:
www.ausbildung.de/ratgeber/bewerbung

Worauf muss ich besonders achten?

Corona hat nicht nur heute die Welt verändert – auch die Folgen werden je nach Branche durchaus länger andauern. Sobald es zu einem Bewerbungsgespräch kommen sollte, informiere Dich deshalb auf jeden Fall über das weitere Vorgehen und die Zukunftsaussichten, Umstellungen und Herausforderungen, welche durch das Corona-Virus entstanden sind.

Und wenn ich meine Zeugnisse wegen verschobener Prüfungen erst später erhalte?

Keine Panik: Die verantwortlichen Bildungsministerien der einzelnen Länder wollen nicht, dass wegen der Corona-Krise Nachteile für Dich als Schülerin oder Schüler entstehen. Das wurde auch nochmal in den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz am 25. März 2020 betont. Bis dahin gilt: Hänge bei Bewerbungen, die Du jetzt schreibst, Dein letztes Zeugnis an und schreibe in den Lebenslauf Deinen voraussichtlichen Schulabschluss.

Ist Probearbeiten eigentlich möglich?

Bei vielen Unternehmen geht das jetzt nicht. Das ist schade, denn dies erleichtert in den meisten Fällen sowohl dem Ausbildungsbetrieb als auch dem Bewerber die Entscheidung. Durch ein paar Tage Probearbeiten merkst Du, ob Du Dich im Umfeld Deiner neuen Kollegen und Aufgaben wohlfühlst und das Unternehmen kann feststellen, ob Deine Arbeitsweise ihren Vorstellungen entspricht. Mit diesem Defizit müssen jetzt aber alle Beteiligten leben. Aber auch hier gilt, dass die gesundheitliche Sicherheit an erster Stelle steht!

Kann ich jetzt überhaupt irgendwo ein Praktikum absolvieren?

Das hängt von der Branche, der aktuellen Corona-Lage und der technischen Flexibilität des jeweiligen Ausbildungsbetriebes ab – es gibt inzwischen auch virtuelle Praktika! Mehr Infos gibt es hier: www.businessinsider.de/karriere/coronavirus-wie-ein-virtuelles-praktikum-jetzt-die-karriere-rettet

DIGITALE BEWERBUNG

Was hat sich durch Corona verändert?

Heutzutage werden Deine Bewerbungsunterlagen meist in digitaler Form gewünscht. Daher ändert sich hier gar nicht so viel. Was sich allerdings ändert, ist das Bewerbungsgespräch. Dies wird höchstwahrscheinlich nicht wie gewohnt von Angesicht zu Angesicht stattfinden, sondern durch einen Videoanruf ersetzt werden. Eignungstests und Assessment Center werden ebenfalls online stattfinden.

Welche Möglichkeiten der digitalen Bewerbung kann ich nutzen?

Eigeninitiative zeigen! Es gibt viele digitale Wege der Kommunikation. Das ist auch eine Chance, Deine Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien direkt in der Praxis unter Beweis zu stellen:

E-Mail Bewerbung:
Geht immer: Auch schon vor der Corona-Krise der am häufigsten verwendete Weg, um eine Bewerbung zu versenden.

Online Bewerbung:
Wird immer mehr genutzt: Meist eine vorgefertigte Seite mit Auswahlmöglichkeiten und einem Platz für einen eigenen Text mit begrenzter Zeichenanzahl.

Social Media Bewerbung:
Hier kann man Persönlichkeit zeigen: Keine Standardfloskeln, sondern mit einer kreativen Bewerbung aus der Masse herausstechen.

Telefoninterview:
Viele Unternehmen verzichten aktuell auf ein persönliches Bewerbungsgespräch und greifen auf ein Telefoninterview zurück. Auch wenn heute Textnachrichten das Telefonieren oft ersetzen – mit einem Telefonat sollte man immer rechnen.

Bewerbungsgespräch:
Für den Ablauf Deines Bewerbungsgesprächs gelten digital und persönlich die gleichen „Verhaltensregeln“.

Bewerbungsgespräch per Video (Videochat):
Natürlich haben viele Firmen bereits auf Online-Bewerbung, E-Mail-Bewerbung oder Online-Formulare umgestellt. Beachte unbedingt, dass Du in Dein Anschreiben bereits reinschreibst, wie Du für ein Vorstellungsgespräch zur Verfügung stehst – „… und dann freue ich mich über ein Videointerview über Skype, Teams, Zoom, Facetime oder WhatsApp-Videoanruf.“ So weiß der Personaler gleich, über welche Videoanbieter er Dich erreichen kann.

Aber Du darfst nur anbieten, was auch wirklich funktioniert: Stelle deshalb sicher, dass Deine Internetverbindung für den Videochat stabil genug ist. Teste es am besten vorher mit einer Freundin oder einem Freund. Du merkst dann auch gleich, ob Mikrofon und Kamera richtig eingestellt sind. Dein Test-Gesprächspartner kann Dir dann auch gleich sagen, ob Dein Hintergrund gut aussieht (oder evtl. zu viel Zeug rumliegt …).

Ansonsten gelten bei einem Bewerbungsgespräch per Videochat die gleichen Regeln wie bei einem klassischen Vorstellungsgespräch (z.B. auch, was Kleidung betrifft!), nur dass Du nicht gefragt wirst, ob Du gut hingefunden hast und was Du trinken möchtest.

IN DER AUSBILDUNG

Darf ich einfach zu Hause bleiben, wenn ich Angst vor Corona habe?

Grundsätzlich darfst Du als Auszubildender Deine Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Beim Corona-Virus ist das inzwischen anders: Gibt es nämlich eine konkrete Gefährdung, muss der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommen und kann zum Beispiel dafür sorgen, dass Du von zu Hause aus arbeiten kannst. Oberste Priorität ist, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und den Auszubildenden ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. Sprich Deinen Ausbilder dazu direkt an und frag, welche Maßnahmen ergriffen werden. Hier sollte immer eine individuelle Lösung gefunden werden.

Was passiert, wenn die Berufsschule geschlossen wird?

Wird Deine Berufsschule vorübergehend geschlossen, musst Du in Deinem Ausbildungsbetrieb erscheinen. Es kann auch sein, dass Deine Berufsschule Dir Aufgaben für die Zeit gibt, in der sie keinen Präsenzunterricht anbietet. Für diese Aufgaben sollte Dir Dein Betrieb Zeit einräumen. Ob Du Deine Aufgaben von zu Hause aus oder im Betrieb erledigst, entscheidet Dein Ausbildungsunternehmen. Die Schule muss Dir die Unterrichtsmittel zur Verfügung stellen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Im Zweifel kann jedoch auch der Ausbildungsbetrieb gefragt werden, ob die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden können.

Was passiert mit Auszubildenden, wenn der Betrieb Kurzarbeit anordnet?

Da Auszubildenden in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden darf, muss der Betrieb alles in seiner Macht Stehende versuchen, um die Ausbildung aufrecht zu erhalten – auch wenn die anderen Mitarbeiter bereits in Kurzarbeit sind. Beispielsweise kann der Ausbildungsplan umgestellt und Ausbildungsinhalte einer „sicheren“ Abteilung vorgezogen werden. Deshalb darf auch das Ausbildungspersonal nicht von Kurzarbeit betroffen sein. Ist das aber der Fall und es gibt keine andere Möglichkeit mehr, ist Kurzarbeit für Azubis ausnahmsweise möglich. In diesem Fall haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen.

Ist meine Übernahme nach der Ausbildung gefährdet?

Solange keine neue Vereinbarung getroffen wurde, bleiben die im Betrieb geschlossenen Regelungen zur Übernahme bestehen – auch mündliche Zusagen sind rechtlich wirksam. Empfehlenswert ist aber, dieses Thema mit dem Ausbildungsbetrieb noch einmal zu klären.

Wir wollen es nicht hoffen – aber was geschieht bei einem Corona-Fall?

Zunächst muss der Arbeitgeber darüber informieren. Ob und für wen eine Kontaktpersonen-Quarantäne notwendig ist, entscheidet dann das Gesundheitsamt. Keine Sorge: Auch wer in Quarantäne geschickt wird, bekommt seine Ausbildungsvergütung weiterbezahlt.

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