TRADITION KANN GANZ SCHÖN MODERN SEIN

HIER KANN MAN WAS LERNEN: DIE BÄCKEREI JOHANN UTTERS & SOHN WURDE 1931 GEGRÜNDET. HEUTE ARBEITET HIER DIE DRITTE GENERATION UND VERBINDET TRADITIONELLES HANDWERK MIT BIOBACKWAREN.

Josef Utters hat den von seinem Großvater gegründeten Betrieb 1992 übernommen und beschäftigt heute 25 Mitarbeiter – davon 4 Azubis. Ausgebildet werden Verkäufer/-innen im Lebens­mittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Bäckerei und natürlich Bäcker/ -innen. Gebacken wird nur in Dockweiler. Hier ist das Hauptgeschäft – Filialen gibt es in Daun, Manderscheid und Gerolstein, hinzu kommt das Lieferkunden­geschäft in Bioläden und Hotels.

Der Chef hat ganz klare Vorstellungen: „Wir sind natürlich bio und produzieren so herkömmlich wie irgendwie möglich. Für den Azubi bedeutet das, dass er sich auf meinen Spleen einlassen muss. Er soll mit verschiedenen Getreide- und Mehlarten umgehen können und lernen, einen Sauerteig neu anzusetzen. Hier wird das Handwerk von der Pike auf gelernt – ohne moderne Hilfsmittel wie im Labor hergestellte Enzyme.“ Kevin Schulz aus Daun-Boverath ist 19 Jahre alt und steht im 3. Lehrjahr kurz vor der Gesellenprüfung. Er hat sich auf den ‚Spleen‘ einge­lassen und das bis heute keinen Tag bereut.

Wie bist Du zum Bäckerhandwerk und zur Bäckerei Utters gekommen?
„Den ersten Kontakt mit dem Brotbacken hatte ich auf dem Backfest in Daun-Boverath und war fasziniert von den Holzöfen. Die Bäckerei Utters kannte ich, weil die Schwester vom Chef fünf Häuser neben uns wohnt. Ich wollte auf jeden Fall eine handwerkliche Ausbildung machen und in der Region bleiben. Nach zwei Wochen Praktikum war schon vor meinem Schulabschluss auf der Realschule plus in Daun die Sache klar: Das will ich machen.“

Wie sieht eine normale Ausbildungswoche aus?
„Das wechselt sich ab: In einer Woche bin ich drei Tage im Betrieb und zwei Tage in der Berufsschule in Prüm, in der nächsten sind es dann entsprechend vier Tage und ein Tag.“

Und wie läuft ein normaler Arbeitstag ab?
„Umziehen, in der Backstube sehen, was alles gebacken werden muss, sich dann mit den Kollegen abstimmen und dann geht es los. Wir lernen natürlich alles, aber am liebsten stelle ich Brot her. Wir bieten für jeden Geschmack etwas – ob nur mit Dinkel, Roggen, Weizen, ganz ohne Hefe, locker und fein oder grob und körnig. Es macht mir Spaß, mit den Händen zu arbeiten, es ist immer warm und es riecht immer gut.“

Was bedeutet ‚Bio‘ für Dich?
„Bio finde ich gut, weil man alles vom Rohstoff bis zum Teig selbst herstellt. Man weiß genau, was im Teig drin ist und bekommt ein Gefühl und ein Bewusstsein für die verschiedene  Getreidesorten  und Mehle. Ich lerne hier, tatsächlich nach Rezepten zu arbeiten und nicht irgendwelche Tüten aufzureißen. Ich weiß, wie ich unseren hauseigenen 3-Stufen-Natursauerteig ansetze.“

Sind die Arbeitszeiten nicht schwierig?
„Nein. Man wechselt zwischen drei Schichten – von 20 Uhr bis 4 Uhr arbeite ich am liebsten. Da kann man nachts noch eine Runde schlafen gehen und steht dann mit der Freundin auf und hat noch was vom Tag, wenn andere arbeiten müssen.“

Wie geht es weiter nach der Gesellenprüfung?
„In der Gesellenprüfung selbst muss man Brot, Brötchen und Teilchen machen und eine Cremetorte einstreichen. Für mich ist ganz klar: Danach bleibe ich hier als Geselle. Ich wusste früh, dass es für mich hier weitergehen kann. Das ist ein tolles Gefühl.“

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